easyCredit BBL, Nachbericht, Spielbericht

„Da wäre mehr drin gewesen“ – BMA365 Bamberg Baskets unterliegen ALBA

16.02.2026

Die Enttäuschung war Bambergs Head Coach Anton Gavel nach Spielende ins Gesicht geschrieben. Es wäre mehr drin gewesen, konstatierte der Cheftrainer nach der 92:98 (52:57) Heimniederlage seines Teams am 20. Spieltag in der easyCredit Basketball Bundesliga gegen ALBA BERLIN. (Fotos: Daniel Löb)

Schon im ersten Viertel war zu sehen, dass der Motor des Bamberger Spiels in der von der Ambulante Intensivpflege ape GmbH präsentierten Partie nicht auf vollen Touren lief und man vor allem in der Verteidigung seine liebe Mühe mit den Berlinern hatte. Eben jene Mühe entfachte auf der Gegenseite im Team der ersatzgeschwächten Albatrosse hingegen immenses Selbstvertrauen, so dass die Berliner den ersten Abschnitt unter den Brettern mit 13:3 Rebounds dominierten und dank ausgezeichneter Wurfquoten bereits 32 Zähler auf die Anzeigetafel gebracht hatten. Von den 5.700 Zuschauern in der ausverkauften BROSE ARENA hervorragend angefeuert, arbeiteten sich die Bamberger nach dem Seitenwechsel Punkt um Punkt zurück und konnten einen zwischenzeitlichen 14-Punkte Rückstand 2:40 Minuten vor dem Ende sogar in eine 5-Punkte Führung umwandeln, doch letztlich waren es wie schon im Hinspiel erneut Widrigkeiten verschiedenster Art, die das Spiel auch diesmal zugunsten der Berliner entschieden. 

Mit Richard Balint (19), Demarcus Demonia (13), Ibi Watson (13), Zach Ensminger (12), Cobe Williams (11) und Austin Crowley (10) punkteten im Team der Bamberger gleich sechs Spieler zweistellig. 

„Ich habe es nach dem Hinspiel schon im Interview gesagt: es tut extrem weh. In der ersten Halbzeit haben wir ihnen ganz einfach zu viel Selbstvertrauen geschenkt. Sie haben zu viele Offensiv-Rebounds bekommen und 57 Punkte gemacht. Wenn ein Team hier bei uns in einer Halbzeit fast 60 Punkte erzielt, dann machen wir definitiv in der Verteidigung etwas falsch. Wir haben jetzt am kommenden Mittwoch in Rostock ein schweres Spiel vor der Brust und am Wochenende drauf wird es dann in München sicherlich nicht leichter. Wir müssen das Spiel morgen anschauen und die Fehler analysieren, um es dann am besten gleich in den nächsten Spielen besser zu machen.“
Zach Ensminger (BMA365 Bamberg Baskets)

Der Spielverlauf:

Auch im 20. BBL-Spiel in Folge gingen die Bamberger mit der identischen Startformation in die Partie. Das erste Highlight gab es nach noch nicht einmal eineinhalb Minuten zu sehen, als EJ Onu binnen kürzester Zeit gleich zwei Wurfversuche von Noris Agbakoko in Folge blocken konnte. Aus der Distanz hingegen waren die Gäste an diesem Nachmittag deutlich erfolgreicher. Drei der ersten vier Versuche von jenseits der 6,75-Meter-Linie fielen für ALBA und so war es Alex O’Connell mit seinem zweiten Dreier, der die Gäste mit 11:15 (5.) in Führung warf. Insgesamt 19 Dreier versuchten beide Teams allein im ersten Viertel und so ging es bis zum 20:20 (7.) munter mit Distanzwürfen hin und her. ALBA dabei mit Trefferquoten aus dem Feld von um die 60 Prozent und so erspielte man sich eine 26:32-Führung zum Ende des ersten Viertels.

Alex O’Connell machte zu Beginn des zweiten Viertels nahtlos weiter und versenkte seinen bereits dritten Dreier (26:35/11.). ALBA blieb die nächsten Minuten nun konstant in Führung (32:41/13.), doch die Bamberger wehrten sich. Einen Steal von Ibi Watson nutzte Cobe Williams zum Schnellangriff. Er verlegte zwar seinen Wurf, doch Demarcus Demonia stand hinter ihm bereits in der Luft. Beim Dunk wurde er jedoch von Martynas Echodas „gestört“, so dass der Abpraller perfekt den Berliner Fast Break einleitete, der nach Foul von Ibi Watson zu drei Freiwürfen für die Albatrosse und somit zum ersten zweistelligen Rückstand des Abends führte (33:44/13.). Die Halle kochte und wieder einmal sprang der Funke über. Zwei Minuten später waren die Bamberger nach dem Dreier von Ibi Watson wieder dran (41:46/15.). ALBA aber antwortete und zog etwas davon, auch dank teils unglaublicher Würfe wie zum Beispiel dem Dreier von Justin Bean aus gut acht Metern (45:53/19.). Die BMA365 Bamberg Baskets ließen sich aber nicht abschütteln und erhöhten ihre Ausbeute zur Pause nach dem Dreier von Zach Ensminger auf 52 Punkte. Die hier jedoch schon kassierten 57 Zähler waren, wie Bambergs Nummer 1 im DYN-Interview nach dem Spiel feststellte, ein eindeutiger Beleg für die Probleme in der Bamberger Verteidigung. 

Anzeige

Alle Spiele deiner BMA365 Bamberg Baskets in der easyCredit BBL sowie im BBL-Pokal gibt es exklusiv … und das entweder live oder selbstverständlich auch jederzeit on demand … nur bei Dyn. Hier gibt es zudem auch die Highlights der Partien sowie viele weitere sehenswerte Inhalte!

Der Start in die zweite Halbzeit gehörte den Gästen. 87 Sekunden benötigten die Berliner, um mit einem 8:0-Start ihren Vorsprung wieder in die Höhe zu treiben (52:65/22.). Mit einem weiteren Dreier erhöhte erneut Justin Bean auf 56:70 (14.) und sorgte hier für die höchste ALBA-Führung des Spiels. Nun aber schlugen die Bamberger zurück und zwar richtig stark. Mit einem 17:2-Lauf fightete man sich zurück und ging nach dem Abschluss von Austin Crowley im Schnellangriff sogar mit 73:72 (28.) wieder in Führung. Justin Bean antwortete zwar prompt, doch in Führung nach 30 Minuten lagen die BMA365 Bamberg Baskets (77:74).

Doch wie schon im dritten Abschnitt so liefen die Bamberger auch zu Beginn des Schlussviertels den Berlinern in einen Lauf. Wieder war es eine 8:0-Serie, die ALBA mit 77:82 (33.) in Front brachte. Wie schon gesagt, so richtig rund wollte der Motor auf Bamberger Seite nicht laufen, aber dennoch drückten Ibi Watson & Co. das Gaspedal voll durch. So spielte man sich abermals zurück und lag nach dem Dreier des Kapitäns wieder vorne (83:82/35.). Das Spiel ging nun in die entscheidende Phase und Bamberg lag nach Freiwurfpunkten von Demarcus Demonia und einem erfolgreichen Sprungwurf von Zach Ensminger mit 90:85 in Führung. 2:40 Minuten waren noch zu spielen, als man den Angriff der Berliner stoppen konnte. Anstelle jedoch im folgenden Angriff den Abstand womöglich weiter vergrößern zu können, wurde Richard Balint zum Entsetzen der Zuschauer zurückgepfiffen und musste den Ball infolge eines geahndeten Schrittfehlers abgeben. Diese Chance nutzte erneut Justin Bean per Dreier zum 90:88 und Berlin war so wieder voll im Spiel. Die Bamberger aber blieben in Front und hatten knapp 90 Sekunden vor dem Ende eine weitere Chance, den Deckel auf dieses Spiel zu machen. Beim Stand von 92:90 konnte man den Berlinern den Ball klauen und einen weiteren Fast Break starten. Richard Balint suchte den schnellen Abschluss, doch sein Dreier verfehlte das Ziel und so konnte Noris Agbakoko auf der Gegenseite per Dunk wieder ausgleichen. Bambergs nächster Angriff endete mit einem Offensivfoul, während ALBA im Gegenzug an der Freiwurflinie die Führung zurückholte und sich im Anschluss den Vorsprung nicht noch einmal nehmen ließ.

Pedro Calles (Head Coach ALBA BERLIN):

„Glückwunsch an unsere Spieler, denn wir kamen unter sehr schwierigen Umständen hierher, da uns nicht alle Spieler zur Verfügung standen. Die Jungs auf dem Feld haben einen unglaublichen Job gemacht, und zwar die Spieler von unserer ersten Mannschaft bis hin zu den Jungs, die letzte Nacht noch mit Bernau in der ProB gespielt haben. Es ist uns in letzter Zeit gelungen, eine klare Identität in der Mannschaft zu entwickeln und hierzu zählt auch die Energie. Auch wenn wir manchmal nicht den besten Basketball spielen, sind wir bereit zu kämpfen und die Herausforderung anzunehmen. Auch dieses Spiel heute war ein Zeichen dieser Identität.“ 

Anton Gavel (Head Coach BMA365 Bamberg Baskets):

„Glückwunsch an Pedro und seine Mannschaft zum Sieg. Wir haben jedes Viertel schlecht begonnen und die Partie auch schlecht beendet. Es ist uns nicht gelungen, besonders dann in den letzten Angriffen in der Defensive Stopps zu bekommen. Offensiv sahen wir das gesamte Spiel nicht gut aus und haben Entscheidungen getroffen, die wir uns im Training so nicht vorgenommen hatten. Zudem sind die 50/50-Bälle an den Gegner gegangen und so ist es im Großen und Ganzen ein enttäuschender Auftritt von uns. Da war mehr drin und um so verärgerter kann man über dieses Ergebnis sein.“

BMA365 Bamberg Baskets vs. ALBA BERLIN 92:98
( 26:32 – 26:25 – 25:17 – 15:24 ) 

BMA365 Bamberg Baskets:

  • Ensminger 12
  • WATSON 13
  • Döntgens
  • DEMONIA 13 (10 Rebounds)
  • BALINT 19 (3 Steals)
  • Petković 3
  • WILLIAMS 11 (7 Assists)
  • Krimmer 0
  • Keppeler 6
  • ONU 5 (4 Blocks)
  • Crowley 10

ALBA BERLIN

  • O’CONNELL 15 (4 Assists)
  • Griesel 8 (4 Assists)
  • MATTISSECK 22 (4 Assists)
  • Roberts 3
  • Echodas 2
  • AGBAKOKO 16
  • Nufer 2
  • Bennefeld
  • ARTMANN NAHMIAS 7
  • Schnitt 2
  • BEAN 21 (9 Rebounds)

Ausblick:

Vor dem Halbfinale beim BMW TOP FOUR am kommenden Samstag im SAP Garden in München sind die BMA365 Bamberg Baskets zuvor noch ein weiteres Mal gefragt. Am kommenden Mittwoch geht es in den 21. Spieltag in der easyCredit Basketball Bundesliga, an dem das Gastspiel an der Ostsee bei den ROSTOCK SEAWOLVES auf das Team um Kapitän Ibi Watson wartet. Tip-Off in der StadtHalle in Rostock ist am Mittwochabend um 18:30 Uhr.